Wildegg,

Diversität im Team

Vor mehr als 10 Jahre habe ich meine Diplomarbeit zum Thema Diversitiymanagement im Team geschrieben. Die Kernaussagen vertrete ich heute noch und begleite auch Teamentwicklungsprozesse in der Gartenfabrik danach. Hier ein erster Auschnitt daraus.

"Diversitymanagement ist ein Ansatz, der immer häufiger zur Führung von Unternehmen angewendet wird. In der Sozialpädagogik ist Diversitymanagement noch wenig präsent. Soll jedoch die Teamarbeit in einer Organisation optimiert werden, ist das "Phänomen der Vielfalt" (Finke 2005: 7) eines der wichtigsten Faktoren . Durch Erfahrungen jedes einzelnen Teammitgliedes steigt die Effizienz wie die Effektivität eines gesamten Teams und somit die Leistungsfähigkeit eines gesamten Teams und der ganzen Organisation.

Diversity meint Unterschiede, Ungleichheiten und Andersartigkeiten, die jeder Mensch besitzt und ihn zu einer einzigartigen Persönlichkeit macht. Dahinter steckt eine "Geisteshaltung […]. Hiermit ist die bewusste Beachtung und Wertschätzung aller unterschiedlichen Attribute der einzelnen Individuen und deren Einfluss auf die zwischenmenschlichen Beziehungen im Alltag, vor allem am Arbeitsplatz, gemeint." (ebd.: 8). Das Model der Diversität wurde in der Wirtschaft entwickelt, obwohl diese Grundhaltung in der Sozialpädagogik schon längst im Grundsatz verbreitet ist, jedoch nicht um Leistung zu steigern, sondern um die Klient/innen optimal zu unterstützen. Sicher wird der Umgang im Team von dieser Haltung im Team geprägt. Weniger oft wird mit dieser Haltung bewusst umgegangen im Hinblick darauf, dass damit die sozialpädagogische Arbeit verbessert werden kann. Dabei sind Respekt, Wertschätzung, Toleranz, Akzeptanz und Einbeziehung der Mitarbeiter/innen in Entscheidungsprozesse und Arbeitsentwicklung wichtige Elemente zur Verbesserung der Teamarbeit (vgl. ebd.: 7f.)

Neben der Grundhaltung wird davon ausgegangen, dass Vielfältigkeit eine Chance zur Erweiterung von Teamwissen und letztlich zur Verbesserung der Arbeitsleistung ist. Diversity wird nicht als Problem angesehen, sondern als Ressource. Um dieses Management umsetzten zu können, muss Neues, Andersartiges und ungewöhnliche Ideen nicht nur akzeptiert, sondern gefordert und gefördert werden. In diesem System sind Minderheiten und deren andersartige Fähigkeiten und Wissen gefragt und tragen wie alle anderen Individuen zum Wachstum der Organisation bei. Diversity geht nicht davon aus, dass jede/r ausschliesslich ein Gewinn für ein Team ist, sondern er/sie so eingesetzt wird, damit die Stärken und Ressourcen des einzelnen Individuums in der Arbeit mehr zum Tragen kommen als die Defizite. Andersartigkeit fasst im Diversitymanagement Ressourcen und Stärken wie auch Defizite und Schwächen zusammen und sorgt dafür, dass die Fähigkeiten sich entfalten können und die Lücke dieser Defizite von einem anderen Mitglied durch seine Ressourcen gefüllt werden können (vgl. ebd.: 14ff.).

Diese Vielfalt zu leben, stellt eine Herausforderung an jeden Menschen, der in einer Organisation mit dem Grundsatz der Diversität arbeitet. Dieser Mensch möchte sich selbst verwirklichen, ist respektvoll, tolerant, grenzt niemanden aus, ist kreativ und flexibel. Zudem kann er sich selbst einschätzen, ist empathisch und geduldig, will anpacken und ist zufrieden mit seiner Arbeit (vgl. ebd.: 17).

Wie und ob Diversity in einem Team gelebt wird, kann von aussen nicht immer gleich erkannt werden. Nicht jedes Team setzt sich aus Menschen mit unterschiedlichen Nationalitäten, Beeinträchtigung, unterschiedlicher Berufsherkunft oder verschiedenen Geschlechtern zusammen. Diversität drückt sich häufig in der Vielfalt der Fähigkeiten und Defiziten aus. […]. (vgl. ebd.: 39)"

Heute wie vor mehr als 10 Jahren ist es wichtig in Teamentwicklungsprozessen die Besonderheiten, Fähigkeiten und Schwächen jedes einzelnen zu erkennen und optimal einzusetzen. Dabei unterstützt Sie die Gartenfabrik gerne aus der handlungsorientierten Perspektive.